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Geschichten

Leere Worte

Deine Worte schleichen sich in mein Herz, doch du… du bleibst zurück.
Warum schaffst du es nicht meine Barriere zu brechen, haben doch deine Worte ihren Weg bereits gefunden? Ich warte, ich warte, ich warte…. . Wenn es sein muss, dann warte ich auf ewig. Wenn es sein muss, dann tröste ich mich ewig mit deinen Worten. Dennoch wird mein Herz immer nach dem deinigen verlangen. Wie sehr ich mir nichts sehnlicher wünsche, als dass dein Herz den gleichen Weg einschlägt wie die Worte, die du einst an mich gerichtet hast!
“Ich liebe dich”…
Waren es vielleicht doch einfach nur Worte? Worte, die nicht das widerspiegeln, was im Inneren deines Herzens vor sich geht? Niemals werde ich mir sicher sein können, dass sich nicht doch etwas in deinen Worten versteckt hat. Niemals werde ich mir sicher sein können, dass der Inhalt mein Herz irgendwann erreicht, denn niemals werde ich mir sicher sein können, dass dieser Inhalt überhaupt existiert.
Obwohl ich niemals Gewissheit haben werde, so verlangt mein Herz nichts sehnlicher als mit diesem Inhalt gefüllt zu werden.
Denn deine leeren Worte hinterlassen eine Leere in mir,…
Schattenengel am 24.4.14 19:37


Zeitreisender

Was bedeutet Zeit für mich, bin ich ihrer Vergänglichkeit doch nicht mehr unterworfen? Zeit - so gilt es theoretisch - läuft niemals rückwärts, sondern schreitet immer stetig voran, dem Ende der Ewigkeit entgegen. Zeit – so meinen viele – ist ein Maß, wie auch Länge und Gewicht Maße sind.
Für mich aber ist Zeit kein Maß. Zeit ist eine Empfindung.
Du lebst ein ganzes Leben und mehr nicht. Ich jedoch... ich bin Zuschauer bei deinem Leben, das deiner Ahnen und deiner Nachkommen. Ich lebe kein Leben. Ich lebe die Ewigkeit.
Zeit läuft nicht vorwärts für mich. Ich kann entscheiden, welche Richtung die Zeit einschlägt und wie schnell sie dieser folgt.
Ich nutze sie nicht, um zu messen, wie lange mich ein Weg gebraucht hat. Nein. Sie ist der Weg auf dem ich wandere. Ein Weg mit Kreuzungen, Kurven, Gabelungen,.... . Ein Weg der nicht – wie in der Illusion der meisten Menschen – starr geradeaus führt, ohne Umwege, ohne sich in mehrere Pfade aufzuteilen. Ich suche mir aus, wohin die Zeit mich führt.
Ich reise in ihr...
Schattenengel am 12.4.14 20:20


Unter der kalten Oberfläche...

Winterliche Temperaturen lassen Teiche einfrieren. So ist das. Deswegen sitze ich nun an dem Teich, wo ich sonst immer den Grund erkennen konnte. Nun erblicke ich nur mein eigenes Spiegelbild.
Er ist wie ein Spiegel, dieser zugefrorene Teich. Ein eisiger Spiegel...
Ich kann nicht mehr in das Verborgene gucken, nicht mehr sehen, was sich alles unter der Oberfläche verbirgt, stattdessen zeigt sich mir nur noch das Bild, was als Schild entstand, um die Außenwelt abzuschirmen.
Was aber ist, wenn es nur noch dieses Bild gibt? Wenn der Teich für immer zugefroren bleibt?
Angst... . Angst ist das richtige Wort, für das, was ich empfinde, sofern mir dieser Gedanke kommt: Das Wetter könnte doch den Teich verschwunden lassen haben - beziehungsweise, sein wahres Wesen. Übrig wäre dann nur noch die kalte, glatte Oberfläche. So wie sie für die Außenwelt geschaffen wurde.
Ich wünschte es würde Sommer. ...
Oder vielleicht, sollte es lieber Winter bleiben... Denn was wäre, wenn das tatsächlich passiert ist? Wenn trotz Wärme dann immer noch mein kaltes Abbild fortbesteht ? Wenn ich nie wieder bis auf den Grund blicken kann?
Mein Herz würde brechen.
So wie das Eis auf dem Teich brechen kann, wenn man es zu sehr belastet, seine Tragfähigkeit überschätzt.
Dann würde das Eis schaden nehmen und außerdem – was immer auch schlimmer ist – würde die Person in Gefahr geraten, die den Schritt gewagt hat. Eine Person, deren Wunsch es vielleicht war, an irgendeiner Stelle das zu sehen, was den Teich ausmacht, alles bis auf den Grund... .
Es scheint so gefährlich. Und so sehr, wie ich mir wünsche, dass jemand es schafft, dass auch nur ein kleiner Hoffnungsschimmer besteht, so sehr bin ich auch davon überzeugt, dass es das Risiko gar nicht wert ist. Niemand soll verletzt werden, weil ich erfroren bin. Niemand soll riskieren, zu retten, was vielleicht für immer verloren ist. Niemand! Unerträglich, wäre es, mit ansehen zu müssen, wie jemand in meinem Teich erfriert und ertrinkt, sich an kein sicheres Ufer retten kann... .
Pass auf! Ich flehe dich an. Dort sind bereits Risse in meinem Spiegelbild – und ich bezweifle, dass es ein gutes Omen ist.
Geh' nicht weiter! Zu groß ist die Angst, dass da nichts mehr ist unter dem spiegelblanken Eis. Zu groß die Angst, dir könnte etwas passieren, wenn wir es erfahren werden. Zu groß die Angst, dass du in mir ertrinkst und erfrierst... .
Bleib fort! Bitte rette dich!
Schattenengel am 6.4.14 20:12


Alte Dielen

Tapp, tapp, tapp erklingt die Berührung zwischen den alten Holzdielen und meinen nackten Füßen. Für einen Moment bleibe ich stehen, doch ich setze meine ziellose Reise augenblicklich fort. Die Stille nämlich, davon bin ich überzeugt, verfolgt mich. Solange man das gedämpfte Tappen meiner Schritte hört, kann ich dieser beklemmenden, erdrückenden Stille entkommen.
Ich habe das Gefühl, beobachtet zu werden. Und doch ist niemand da, der mir zusehen könnte. Das alte Haus ist leer, verlassen, ausgestorben.Und doch habe ich das Gefühl, jemand sei da.
Doch niemand kommt, bleibt, ist hier.
Es ist einfach nur gruselig. Die Holzdielen sind morsch und knarren ächzend unter jedem Schritt, das man meinen könnte, das alte Haus würde stöhnen. Stöhnen aus Schmerz und Leid, aus Trauer und Verzweiflung, aus Sehnsucht und Einsamkeit. Aber ein Haus kann nicht fühlen, oder etwa doch?
Schattenengel am 27.3.14 18:05


An dem Teich, wo...

Ich stehe am Ufer eines Teiches.
Nicht irgendein Teich. Nein. Der Teich, an dem ich damals deine Leiche fand. Blutverschmiert,regungslos, leblos.
Ich gehe ein Schritt auf das Wasser zu. Meine Gedanken werden mit Bildern überflutet:
Das sanft rot gefärbte Wasser, dort, wo dein einer Arm im Wasser ruhte. Dein regungsloser Körper, als wärst du vor Schreck erstarrt. Deine Lippen, bläulich gefärbt, als würdest du frieren in Eis und Schnee. Deine geschlossenen Augen, als wenn du schlafen würdest... .
Ich gehe ein Schritt auf die Stelle zu. Langsam einatmend, erinnere ich mich an den eisernen Geruch frischen Blutes. Das Gefühl als die rote Flüssigkeit meine Hände mit den verbliebenen Spuren deines Lebens färbten. Ruhig ausatmend, erinnere ich mich an deinen entfernten Schrei, schnell verblasst und kaum hörbar, drang er an meine Ohren, bevor ich in Richtung dieses Teiches stürmte.
Wie damals rinnen unaufhörlich salzige Ströme mein Gesicht hinab.Aus Angst, Trauer, Verzweiflung sind Schmerz, Depression und Hilflosigkeit geworden.
Ich setze mich behutsam auf den Boden. Achtsam lege ich mich auf den Rücken. Meinen linken Arm hebe ich zu meiner Brust hinauf. Meine linke Hand verweilt da, wo mein Herz sich befindet. Ich drehe mich ein wenig auf meine rechte Seite und winkle meine Beine leicht an. Dann, ... dann lasse ich meinen rechten Arm langsam ins seichte Wasser des Teiches gleiten; lasse ihn dort ruhen.
Unfähig zu sagen, wie lange ich in dieser Position verharre, beobachte ich, wie das Licht der Sonne langsam erlischt.
Für immer,... so scheint es mir.
Schattenengel am 13.3.14 21:27


Es klingt gut. Oder auch nicht.

Ich stehe auf einer Lichtung. Um mich herum: Bäume. Dunkelgrüne Tannen, die aussehen, als hätte man sie mit Zuckerguss überzogen. Als wenn der süße Anblick über die Trostlosigkeit hinwegtäuschen könnte... . Sie ragen hoch in den weiß-grauen Himmel empor. Herrisch, gebietend über mich. Unüberwindbar, undurchdringlich starren sie auf mich herab. Sie bilden eine Mauer aus dunkelgrünem makellosem Marmor. Sie ziehen eine Grenze zwischen mich und meiner Umwelt. Ehrfürchtig - beinahe ängstlich schon - blicke ich hinauf, drehe mich erneut im Kreis. Schnell stelle ich fest, wie zwecklos meine Bemühungen sind, denn ich bin nicht fähig, ein Schlupfloch zu finden. Auf der Lichtung für alle gut sichtbar und schutzlos, da ich unbewaffnet bin. Wie auf einem Präsentierteller repräsentabel, appetitlich arrangiert, die schutzlose Beute, die sich vom Gesetz der Natur zum Opfer machen lässt.
"Fressen oder gefressen werden... . Du weißt doch: Nur die Starken können überleben"...
Es ist das Letzte gewesen, was ich von dir gehört habe, ... bevor ich geflohen bin. Ja. Geflohen.
G-e-f-l-o-h-e-n. Ich gebe es zu. Stark war ich nie, schwach war ich immer. Niemals fähig, andere zu verletzen, zu fressen, ihre Herzen zu verschlingen, um mir dann danach genüsslich die Finger zu lecken. Immer unfähig, nicht zu fühlen, was der Grund gewesen sein wird. Wofür? Dafür, dass man mich gefressen hat. Ja. Gefressen. G-e-f-r-e-s-s-e-n. Mein Herz verschlungen. Heißt das denn nicht eigentlich, dass ich jetzt nicht mehr schwach bin, sondern nur noch stark sein kann? Ich kann ja schließlich nicht fühlen, ohne Herz. Aber es besteht vielleicht noch weiter, in deinem Magen, oder in dessen Magen, mit dem du dein Mahl, mein Abschiedsmahl geteilt hast.
Warum bin ich dann immernoch betroffen, wenn ich doch eigentlich nicht mehr fühlen, schwach sein kann?
Ich höre auf mich im Kreis zu drehen, da es zwecklos ist. Mich meiner Angst gänzlich hingebend, blicke ich zu der eiskalten winterlichen Wand hinauf. Weiß. Weiß heißt unschuldig. Weiß heißt rein. Weiß bedeckt. Alles erscheint so viel harmloser in weiß, so einladend hell - wie eine Falle. Das Unheil verbirgt sich darunter. Nadelstiche, die mich zunähen, nachdem man mein Herz entnommen hat. Mit dunkelgrünen Nadeln, welche vom reinlichen Weiß zu diesem Zwecke befreit worden sind. Von dem reinlichen Weiß, welches mich abgehalten hat, die getarnten Raubtiere zu erkennen. Ich habe sie erst erkannt, als es schon zu spät war, sodass ein Raubtier es geschafft hat, mich zu verwunden, mir das zu nehmen, was meine Schwäche ausgemacht hat. Was für meine Schwäche, mein Dasein als Beutetier, verantwortlich gewesen ist. Mein Herz. Dafür soll ich nun dankbar sein, nicht aber verunsichert. Und doch bin ich nicht dankbar, denn ich bin verwundet. Die Nadelstiche haben eine Narbe hinterlassen. Geformt wie diese Lichtung, die makellose Mauer aus dunkelgrünem Marmor. Geformt zeitgleich mit einem Makel, der mich trennt von meiner Umwelt. Weil ich nicht makellos bin. Ja. M-a-k-e-l-l-o-s. Das hieße stark. Ich fühle, obwohl man mir mein Herz entwendet, entrissen hat. Ich sollte mir wünschen, dass dies nicht möglich wäre. Ja. Sollte. S-o-l-l-t-e. Doch Schwäche macht mich aus. Nicht wahr? Schwäche und mein Makel. Meine Verdammtheit, niemals stark, perfekt zu sein. Ja. Perfekt. P-e-r-f-e-k-t. Und weil ich nicht perfekt bin, mache ich es anders. Anders als die herrischen, gebietenden Starken, die die Gesetze der Natur geschrieben haben, damit sie sicher sein können, dass diese auf ihrer Seite sind. Sie beherrschen ihre selbst geschrieben Gesetze der Natur und unterliegen ihnen, sodass alles für sie perfekt ist. Ich aber bin nicht perfekt. Also soll meine Umwelt mich auch nicht so haben. Und weil das so ist, erhebe ich mich, und trete durch die dunkelgrüne, makellose, unüberwindbare Mauer.
Nun bin ich nicht mehr auf der Lichtung.
Ich bin in einem ganzen Wald aus dunkelgrünen, mit Zuckerguss überzogenen Tannen. Aber ich weiß, ein Wald ist nicht unendlich groß. Er mag groß sein, aber nicht endlos. Ja. Endlos. E-n-d-l-o-s.
Gut, das heutzutage, die Wälder immer weiter abgeholzt werden. So erscheinen immer mehr Makel sichtbar. Sichtbar und nicht verdeckt. Nicht verdeckt, sondern sichtbar... Ja, das klingt gut. Aber wer will schon in einer Welt voller Makel leben, wo es keine Perfektion mehr gibt? Es mag gut klingen, aber ist es das auch? Wenn die Schwachen die Starken zu Fall bringen, so wie die Starken die Schwachen. Ausgleichende Gerechtigkeit, welche von beiden Seiten immer wieder beansprucht wird, sodass es nie endet. Das klingt nicht gut. Gar nicht gut. Überhaupt nicht gut...
Schattenengel am 3.3.14 19:43


Eine Frage,eine Antwort,...

Ich stehe vor ihr schon seit ... fünf Minuten?... zehn Minuten?... .
Meine Gedanken kreisen um diese Frage, wie ein Bienenschwarm um Honig. Warum fällt mir verdammt noch mal nichts ein? Ich will antworten. Ich will ihr eine Antwort geben und dennoch kommt kein Ton aus meinem Mund. Fieberhaft denke ich, vielmehr versuche ich es eigentlich bloß, darüber nach, was ich ihr um Himmelswillen antworten könnte, damit dies nicht in einer völligen Katastrophe endete. Doch meine Gedanken wollen sich einfach nicht ordnen lassen. All die Jahre der Freundschaft liefen in meinen Kopf ab, wie eine Dokumentation auf einer Kinoleinwand, wie bei einem Wasserfall von dem unentwegt Wasser hinabströmte.
Auf keinen Fall soll es in einer Katastrophe enden. Ich muss mich beruhigen. Einatmen,... Ausatmen,... Einatmen,... Ausatmen,... Einatmen,... . Das hat jetzt nicht viel geholfen, aber wenigstens ein bisschen.
Möglichkeiten. Optionen. Also wie sieht es aus? Wenn ich "ja" sage, riskiere ich unsere Freundschaft, gestehe ihr aber meine wahren Gefühle, wobei.. man kann ja nie wissen, was sich an den menschlichen Gefühlen noch alles ändert..., und erhalte die Chance, mit meiner potentiellen "Liebe des Lebens" zusammen zu sein – aus Liebe und nicht nur aus Freundschaft. Wenn ich "nein" sage, riskiere ich unsere Freundschaft, behalte meine Gefühle für mich, sodass sie es vielleicht nie erfährt und... und... und... sie wird traurig sein. Sie wird sich abgewiesen fühlen. Sie wird vielleicht wütend werden. Aber vor allem... vor allem wird sie traurig sein. Ich bin ein vorsichtiger Typ. Ich mag keine Risiken. Keine Gefahr. Und... auf keinen Fall, niemals und unter keinen erdenklichen Umständen, so ist das schon immer gewesen, möchte ich, dass sie traurig ist.
Aber... unsere Freundschaft... . Naja okay. Sowohl Möglichkeit eins als auch Möglichkeit zwei bringen unsere Freundschaft in eine mehr oder weniger unangenehm wackelige Position, wie ein Auto, das droht von einer Klippe zu stürzen. ... Der Punkt ist, ich will und kann nicht zulassen, dass sie traurig ist.
Also...
Ich atme ganz tief aus... . Sehe ihr in die Augen, sie blickte, ängstlich und erwartungsvoll zugleich, zurück. In ihren Augen sammelte sich Wasser, drohende Tränen, wie eine sich unheilvoll nähernde Unwetterwolke. Und obwohl ich es nicht mag, wenn sich Tränen in ihren Augen zu sammeln drohen, verspürte ich eine innere Wärme. Die Wärme, die mich in ihrer Gegenwart schon immer durchströmt hat, nur verstärkt durch eine unerklärliche Kraft, die ich nicht beschreiben kann. Und auch wenn ich eigentlich keine Ungewissheiten mag, mir gefällt, die Chance, die sich mir darbot, mir soviel Neues ermöglichen konnte - und mir gefällt dieses unbeschreibliche Gefühl, als ich mich langsam zu ihr hinunter neige, meine Hände ihr Gesicht streifen lasse, mit meinen linken Zeigefinger die Form ihrer Lippen nachzeichne und dann meinen Finger Platz machen lasse, um meine Lippen sanft und dennoch leidenschaftlich auf die ihre zu legen, sie zu küssen, mit ganzem Herzen, mit meiner ganzen Seele und ihre Wärme spürend, meine Lippen für nur einen Sekundenbruchteil, der unglaublich lang erscheint, von ihren Lippen zu nehmen, nur ein klein wenig, um halb seufzend, halb flüsternd, ein ehrliches, glückliches und mit tiefer Zufriedenheit erfülltes "Ja" zu murmeln und dann meine Lippen weiterhin einen liebesgetränkten Tanz auf ihren vollführen zu lassen, Wie Tänzer eine Choreografie,.. nein, .. wie der Koch ein Fünf-Sterne-Menü, ..nein, wie,... wie,... .
Ach dafür gibt es einfach keinen Vergleich, der diesem Gefühl auch nur annähernd gerecht würde!
Und dieses Gefühl, welches mich nun durchströmt, lässt mich erahnen, nein... mich sicher sein, dass ich mich ganz ohne Zweifel richtig entschieden habe.
Schattenengel am 31.7.13 22:27


Willst du lebendig begraben werden?

"Bis morgen dann!"
"Ja. Bis morgen!"
Marcus drehte sich noch einmal um, warf seiner neuen Klassenkameradin noch ein letztes aufgesetztes "Alles-ist-super-und-das-Leben-wunderschön-Lächeln" zu, ging weiter bis zum rostigen Gartentor, öffnete es quietschend, betrat die schmale Straße, schloss das rostige Gartentor ebenfalls quietschend und eilte dann schnellen Schrittes die Straße entlang, in der Hoffnung es würde nicht allzu fluchtartig erscheinen.
Als er um die Ecke bog, atmete er erleichtert aus."Geschafft. Warum habe eigentlich ich, diese Verrückte für die Hausarbeit zugeteilt bekommen? Mr Norcirch muss mich echt hassen. Vielleicht passt es ihm nicht, dass sein angeblich dümmster Schüler in der ganzen Schule der Beliebteste ist und hat mir Lola deswegen zugeteilt, weil alle sie meiden(, in der Schule erzählten sie nämlich, sie wäre verrückt), oder damit ich neben seiner angeblich intelligentesten Schülerin noch dümmer dastehe."Er hielt inne und rieb sich das Kinn. Dann klingelte sein Handy. Er nahm es aus der Tasche und las die SMS von seiner Mutter "Wehe du bist diesmal nicht pünktlich, dieser Empfang heute Abend ist nämlich sehr wichtig und du musst auf deine kleine Schwester aufpassen. Du hast noch 15 Minuten." Er seufzte, schob das Handy zurück in die Tasche und begann zu laufen. "Ich total vergessen, dass der Empfang schon heute ist. Wenn ich die Abkürzung über den Friedhof nehme, bin ich vielleicht doch noch rechtzeitig zu Hause."
Er atmete in gleichmäßigen Zügen aus und ein, während er die dunklen Straßen entlang lief. "Wenn ich mich abends nicht immer mit meinen Kumpels treffen würde, würde ich öfter abends joggen gehen. Das ist noch viel angenehmer als morgens vor der Schule" Er erreichte das schwere Eisentor, das den nördlichen Eingang zum Friedhof versperrte. Es reichte ihm, er war 1,98 Meter groß, knapp bis zu den Schultern. Er hielt sich am oberen Ende fest, stieß sich mit seinen Füßen kräftig vom Boden ab, und stand sicher auf der anderen Seite des Eisentores. Er verharrte einige Sekunden regungslos an der Stelle. "Komm schon Marcus, da war nichts. Das hast du dir nur eingebildet. Genau. Ich habe doch keine Angst, nachts eine Abkürzung über den Friedhof zu nehmen, egal wie dunkel, verlassen und gruselig es auch sein mag. Sind schließlich bloß ein Haufen alter Steine.... und Tote unter der Erde. Schluss damit! Reiß dich zusammen!"
Er ging langsam und vorsichtig weiter. Er kannte den Weg, auch wenn es auf diesem Friedhof keine richtigen Wege gab. Er bestand nur aus grünem, verwahrlostem Rasen und alten, modrigen, sowie wenigen neuen Grabsteinen. Er brauchte nur geradeaus zu gehen und würde gleich den südlichen Eingang des Friedhofes erreichen, der, wie auch der nördliche Eingang, von einem identischem schweren Eisentor versperrt sein würde. Er traute sich kaum auszuatmen, dabei war ihm eigentlich völlig klar, dass er sich nicht zu fürchten brauchte. Wer glaubte den schon an Untote, oder Geister, oder Monster, die nachts über den Friedhof schlichen?
Marcus fröstelte."Das gibt es alles nicht. Du brauchst echt mal wieder 'ne Mütze Schlaf, Marcus." Er lachte nervös, wie um sich selbst zu beruhigen und ging behutsam weiter.
Er hob die Hand, um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen, der, wie er sich einredete, durch die warme, feuchte Nachtluft entstanden wäre. Plötzlich hielt er wie versteinert mitten in der Bewegung inne. Panisch lauschte er. "Da waren Schritte. Ich habe Schritte gehört! Aber hier ist niemand!" Er traute sich nicht auszuatmen. "Ganz ruhig, Marcus. Das war sicher bloß irgendein Vogel. Nur keine Panik. Hier ist nichts." Er wollte gerade einen weiteren Schritt wagen, als er wieder Schritte hörte. "Da sind wirklich Schritte! Und sie kommen näher!" Er rannte, von schierer Angst gepackt, los, blickte sich panisch immer wieder um, schlug einige Haken, in dem Glauben, ein Verfolger, würde so seine Spur verlieren, da riss er in Todesangst die Augen weit auf und schrie, als er unter seinen Füßen keinen Boden mehr spürte, und im nächsten Augenblick hart aufschlug. "Das war's. Monster, Geister, Untote... . Sie haben mich zu sich in die Unterwelt hinabgezogen, um sich an meinen Eingeweiden zu laben."
Alles um ihn herum war schwarz
"Marcus? Marcus? Hörst du mich?" "Ich bin tot. Sie beginnen bereits mit ihrem Festschmaus. Sie fressen mich roh, ohne mich in heißes Öl zu werfen... Machen echte Untote oder wer auch immer das überhaupt? Aua!" "Aua!", schrie Marcus nochmal, aber diesmal laut. Er riss die Augen auf und fasste sich an die Wange, wo er die Backpfeife noch deutlich spürte.
Entsetzt starrte er Lola an. "Bin ich tot? Nein? Oder doch? Was zum..?", fragte er. Lola seufzte, griff in ihre Jackentasche und klimperte mit etwas aus Metall. Ein Schlüsselbund. Und ein Fußball-Anhänger, wie an ... . "Du hast dein Schlüssel bei mir vergessen. Ich dachte mir, dass du den vielleicht brauchst.", sagte sie mit einem freundlichem Lächeln. Mit einmal begann sie zu lachen. Dabei blitzen ihre weißen Zähne. "Du lebst übrigens noch, also lass uns aus diesem Loch klettern. Ich nehme an du möchtest nicht der erste Mensch in der Geschichte sein, der panisch kreischend vor seiner neuen Klassenkameradin wegläuft und in das frisch geschaufelte Grab für die Beerdigung ihres Urgroßvaters am nächsten Tag stolpert und lebendig begraben wird? Ich habe ein Seil an einem anderem Grabstein festgemacht. Kletter du zuerst." Verdattert starrte er Lola noch immer an, merkte schließlich, dass er rot geworden war und griff beschämt nach dem Seil. Er kletterte beschämt hinauf und drehte sich um, um Lola die Hand zu reichen, doch sie stand bereits neben ihm. Sie ging voraus bis zum Tor und er folgte ihr stillschweigend. "Danke", murmelte er, als sie das Tor öffnete, das anscheinend gar nicht verschlossen war. Sie lächelte bloß und fragte:" Soll ich dich noch nach Hause bringen, oder ist mit dir alles in Ordnung?" "Danke. Nein. Alles gut. Danke.", verlegen vergrub er die Hände in seiner Tasche, nachdem Lola ihm seine Schlüssel in die Hand gedrückt hatte. Er machte sich mit gesenktem Kopf auf den Weg nach Hause, während er hörte, wie Lola das schwere Eisentor schloss und sich ihre Schritte in die entgegengesetzte Richtung entfernten. "Vielleicht... habe ich ihr Unrecht getan, wie alle anderen. Und obwohl sie bestimmt mitbekommt, wie alle hinter ihren Rücken über sie reden, ist sie immer nett und hilfsbereit. Sie hat mich heute sogar gerettet."
Während er etwa eine Stunde später dem ruhigen gleichmäßigem Atem seiner kleiner Schwester lauschte, beschloss er trotz der Tatsache, dass es seinem Ruf schaden könnte, morgen in der Schule allen von dieser unheimlichen Nacht zu erzählen.
"Nein. Ich kann ihnen noch viel mehr erzählen", dachte er, als er mit einem zufriedenem Lächeln an die Hausarbeit dachte, die die zwei zusammen erledigt hatten. "Nicht nur Lola hatte an dem Abend gelacht. Ich auch."
Schattenengel am 9.7.13 22:42


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