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Es klingt gut. Oder auch nicht.

Ich stehe auf einer Lichtung. Um mich herum: Bäume. Dunkelgrüne Tannen, die aussehen, als hätte man sie mit Zuckerguss überzogen. Als wenn der süße Anblick über die Trostlosigkeit hinwegtäuschen könnte... . Sie ragen hoch in den weiß-grauen Himmel empor. Herrisch, gebietend über mich. Unüberwindbar, undurchdringlich starren sie auf mich herab. Sie bilden eine Mauer aus dunkelgrünem makellosem Marmor. Sie ziehen eine Grenze zwischen mich und meiner Umwelt. Ehrfürchtig - beinahe ängstlich schon - blicke ich hinauf, drehe mich erneut im Kreis. Schnell stelle ich fest, wie zwecklos meine Bemühungen sind, denn ich bin nicht fähig, ein Schlupfloch zu finden. Auf der Lichtung für alle gut sichtbar und schutzlos, da ich unbewaffnet bin. Wie auf einem Präsentierteller repräsentabel, appetitlich arrangiert, die schutzlose Beute, die sich vom Gesetz der Natur zum Opfer machen lässt.
"Fressen oder gefressen werden... . Du weißt doch: Nur die Starken können überleben"...
Es ist das Letzte gewesen, was ich von dir gehört habe, ... bevor ich geflohen bin. Ja. Geflohen.
G-e-f-l-o-h-e-n. Ich gebe es zu. Stark war ich nie, schwach war ich immer. Niemals fähig, andere zu verletzen, zu fressen, ihre Herzen zu verschlingen, um mir dann danach genüsslich die Finger zu lecken. Immer unfähig, nicht zu fühlen, was der Grund gewesen sein wird. Wofür? Dafür, dass man mich gefressen hat. Ja. Gefressen. G-e-f-r-e-s-s-e-n. Mein Herz verschlungen. Heißt das denn nicht eigentlich, dass ich jetzt nicht mehr schwach bin, sondern nur noch stark sein kann? Ich kann ja schließlich nicht fühlen, ohne Herz. Aber es besteht vielleicht noch weiter, in deinem Magen, oder in dessen Magen, mit dem du dein Mahl, mein Abschiedsmahl geteilt hast.
Warum bin ich dann immernoch betroffen, wenn ich doch eigentlich nicht mehr fühlen, schwach sein kann?
Ich höre auf mich im Kreis zu drehen, da es zwecklos ist. Mich meiner Angst gänzlich hingebend, blicke ich zu der eiskalten winterlichen Wand hinauf. Weiß. Weiß heißt unschuldig. Weiß heißt rein. Weiß bedeckt. Alles erscheint so viel harmloser in weiß, so einladend hell - wie eine Falle. Das Unheil verbirgt sich darunter. Nadelstiche, die mich zunähen, nachdem man mein Herz entnommen hat. Mit dunkelgrünen Nadeln, welche vom reinlichen Weiß zu diesem Zwecke befreit worden sind. Von dem reinlichen Weiß, welches mich abgehalten hat, die getarnten Raubtiere zu erkennen. Ich habe sie erst erkannt, als es schon zu spät war, sodass ein Raubtier es geschafft hat, mich zu verwunden, mir das zu nehmen, was meine Schwäche ausgemacht hat. Was für meine Schwäche, mein Dasein als Beutetier, verantwortlich gewesen ist. Mein Herz. Dafür soll ich nun dankbar sein, nicht aber verunsichert. Und doch bin ich nicht dankbar, denn ich bin verwundet. Die Nadelstiche haben eine Narbe hinterlassen. Geformt wie diese Lichtung, die makellose Mauer aus dunkelgrünem Marmor. Geformt zeitgleich mit einem Makel, der mich trennt von meiner Umwelt. Weil ich nicht makellos bin. Ja. M-a-k-e-l-l-o-s. Das hieße stark. Ich fühle, obwohl man mir mein Herz entwendet, entrissen hat. Ich sollte mir wünschen, dass dies nicht möglich wäre. Ja. Sollte. S-o-l-l-t-e. Doch Schwäche macht mich aus. Nicht wahr? Schwäche und mein Makel. Meine Verdammtheit, niemals stark, perfekt zu sein. Ja. Perfekt. P-e-r-f-e-k-t. Und weil ich nicht perfekt bin, mache ich es anders. Anders als die herrischen, gebietenden Starken, die die Gesetze der Natur geschrieben haben, damit sie sicher sein können, dass diese auf ihrer Seite sind. Sie beherrschen ihre selbst geschrieben Gesetze der Natur und unterliegen ihnen, sodass alles für sie perfekt ist. Ich aber bin nicht perfekt. Also soll meine Umwelt mich auch nicht so haben. Und weil das so ist, erhebe ich mich, und trete durch die dunkelgrüne, makellose, unüberwindbare Mauer.
Nun bin ich nicht mehr auf der Lichtung.
Ich bin in einem ganzen Wald aus dunkelgrünen, mit Zuckerguss überzogenen Tannen. Aber ich weiß, ein Wald ist nicht unendlich groß. Er mag groß sein, aber nicht endlos. Ja. Endlos. E-n-d-l-o-s.
Gut, das heutzutage, die Wälder immer weiter abgeholzt werden. So erscheinen immer mehr Makel sichtbar. Sichtbar und nicht verdeckt. Nicht verdeckt, sondern sichtbar... Ja, das klingt gut. Aber wer will schon in einer Welt voller Makel leben, wo es keine Perfektion mehr gibt? Es mag gut klingen, aber ist es das auch? Wenn die Schwachen die Starken zu Fall bringen, so wie die Starken die Schwachen. Ausgleichende Gerechtigkeit, welche von beiden Seiten immer wieder beansprucht wird, sodass es nie endet. Das klingt nicht gut. Gar nicht gut. Überhaupt nicht gut...
3.3.14 19:43
 


bisher 7 Kommentar(e)     TrackBack-URL


PP (3.3.14 20:50)
Man fühlt sich wie in einem dieser schönen und alptraumhaften Videos, wo man verfolgt und verloren scheint, wo die innere Symbolik des Traums mit der äußeren Symbolik der Natur verschmilzt. Und man nicht weiß, ob das Grauen von außen oder aus der Tiefe der Seele kommt. Die vernähte Narbe ist geformt wie die Lichtung .. Es geht um Flucht, es geht um Fressen und gefressen werde, es geht um Täuschung und Schuld, um Vorwürfe und Selbstvorwürfe. Schwäche ist Makel ist Schuld ist Selbst-Schuld. Eine Achterbahnfahrt durchs Unvewusste, Vorbewusste, Halbbewusste, halb gewusste, halb geahnte. Erinnert mich an die Drogennacht in der Villa Diodati. der Film heißt Gothic, wo die Geister der Vergangenheit wieder auferstehen und das Kommando übernehmen. Laudanum est! Und doch ist der Verstand die Droge, der uns gefangen hält und uns martert. Meditationen über "Makel". Welcher Mensch ist ohne Makel? Wer ist frei von Schuld,? Ist Stärke wirklich stark? Ist Schwäche wirklich schwach? Weiß haben sich die Tannen getarnt: Die Welt ist eine Welt der Täuschung.

Danke für den Horror-Wachtraum. Ich mag den Grusel, der aus der Seele kommt. Die Leichen streben immer wieder aus den Kellern ans Tageslicht .. Ein verlorenes Herz schlägt noch lange nach ..


Schattenengel / Website (3.3.14 21:53)
Aus dem tiefsten meiner Seele entstanden und ich bin froh ( wenn es das vielleicht auch nicht ganz trifft - mir fällt nur kein ideales Wort dafür ein) wie du es betrachtest und so unbewusst oder bewusst in meine Seele blickst und dich bemühst bis Tief auf den Grund zu blicken. Man fühlt sich gleich weniger verloren... Vielen Dank


PP (3.3.14 22:17)
Ich find das so interessant, wenn du dich öffnest. Ich würd gern alles wissen, die ganze Geschichte, von Anfang bis Ende. Und vor allem rauskriegen, warum es nicht zum Happy-End gekommen ist. Lag es an hindernden Eigenheiten in der Persönlichkeit, im Charakter usw. Oder hatten Gefühle auf einer Seite gefehlt? Manchmal steht falscher Stolz im Wege oder man möchte erobert werden, flüchtet, um zurückgeholt zu werden. Manche wollen gehalten werden .. Und man sucht immer das, was man als Kind vermisste .. Jedenfalls eine schöne und traurige Geschichte. Könnte ne längere Erzählung werden. Beim Schreiben wird einem viel klar, was man so nicht sieht. Die besten Ideen kommen beim Schreiben.

Gute Nacht


Schattenengel / Website (5.3.14 20:54)
Wenn du mehr wissen willst, ich blogge nachher oder morgen ein weiteres Gedicht, das auch einen teil der Geschichte wiederspiegelt . Du wirst es erkennen...


butterfly / Website (15.3.14 06:51)
Wirklich sehr schön geschrieben.
Wenn man das liest wird einem klar, dass man stark sein muss um nicht gefressen zu werden.
Denn Leute, die nicht an andere, nur an sich denken sind die starken. Sie fressen uns schwachen, die immer auf alle anderen achten und zu wenig an uns selbst denken.
das schlimmste ist aber, dass sie uns nicht ganz auffressen, sondern immer nur Stück für Stück. Und somit müssen wir, die schwachen, mit der schmerzenden Narbe leben, sterben aber nicht.
Irgendwann sind wir innerlich ganz aufgefressen, äußerlich aber nicht und müssen trotzdem weiterhin existieren.

Butterfly ♥


omega (16.4.14 13:01)
mir läuft es in schauern über den rücken
selbst wenn ich gewollt hätte - ich hätte nicht aufhören können zu lesen weil deine geschichte so packend und ergreifend ist
du bist eine der besten schriftstellerinnen die ich kenne


PP (16.4.14 13:53)
Siehst du Omega: Hier sind wir uns einig.. Hier liebe ich dich. Hier sind wir auf einer Ebene. Hier umarmt dich der Prinz und sagt dir, dass du im Recht bist. <3

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